Therapien und Unterricht:
So geht es erstmal weiter mit WhatsApp, Skype, Facetime & Co in Zeiten von Corona

Liebe Netzwerker*innen, liebe Betroffene, liebe Familien,

das Leben ist nicht mehr dasselbe in Zeiten von Corona und dennoch gibt es Dinge, die müssen weiterlaufen. Wir müssen neue Wege finden, wenn es hoffentlich eine Zeit „NACH“ dem Virus gibt, und wir so etwas wie Normalität wiederherstellen möchten.

Wir wissen, dass WhatsApp zu Facebook gehört und dass Facebook Daten sammelt. Das ist hoffentlich jeder und jedem bekannt. Alle müssen selbst entscheiden, ob das hier für ihn oder sie passt und was alles an Infos preisgegeben wird. Wir werden nach und nach weitere Infos testen und hier ergänzen.
Aber das hier ist Ehrenamt, so wird das dauern. Wer etwas Gutes kennt und eine Anleitung schicken mag, dem danken wir sehr und stellen es hier live!!! Mail an info@netzwerkinklusion.de – danke!

Die KBV (Kassenärztliche Bundesvereinigung) hat eine Liste zugelassener Tools für Ärzte und Psychotherapeut*innen herausgegeben. Das hat etwas mit der Abrechnung und Datenschutz zu tun. Viele  Verfahren sind in der aktuellen Situation ausgesetzt, vieles ist noch unklar und ohnehin Ländersache.

Aber hier die Liste der generell schonmal zertifizierten Anbieter von Videokonferenzen:
https://www.kbv.de/media/sp/Liste_zertifizierte_Videodienstanbieter.pdf

Wichtig: man muss zu Beginn als Patient*in eine Einwilligung zur Videosprechstunde ausfüllen.
Hier gibt es eine zum Abändern – es ist aber aktuell auch per Mail möglich

Folgende Infos gibt es für:

Wir schreiben das hier zusammen, weil auch wir eigentlich Therapien haben, die wir aus Sorge um Ansteckung generell abgesagt haben. Das bedeutet aber nicht, dass alle Therapien gecancelt werden müssen und auch jeder Musik-, Mal-, Sprach- oder Sport-Unterricht oder auch Nähkurs etc. wegfallen muss. Denn dann wird es NACH Corona nichts mehr geben, denn alle sind pleite.

Wir haben ein Recht auf Therapie und bekommen dafür von unseren Hausärzten Verordnungen ausgestellt. Viele haben Kurse gebucht, die vielleicht auch erstmal pragmatisch weitergehen können, bis alle sich sortiert haben. Wir sollten uns weiterhin unsere Verordnungen besorgen und versuchen, unsere Therapien anders zu gestalten, soweit das möglich ist. Viele kennen die Option der Nutzung von Whatsapp per Internet gar nicht, so möchten wir das kurz erläutern und hoffen, das hilft auch anderen für Therapie oder Kurse weiter.

Wenn Sie über ein Laptop oder PC oder Tablet UND ein Mobiltelefon verfügen, sind Sie schon gut ausgestattet. Und diese Info hier ist für viele WhatsApp-Nutzer*innen hilfreich, auch wenn man darüber keine Therapie macht.

Hier erklären wir den Weg über WhatsApp, weil das die meisten nutzen, unabhängig von der Handy-Marke.

Nutzen von Videokonferenztools oder WhatsApp Web

Starten Sie Ihr Laptop (oder sonstiges Gerät abseits vom Mobiltelefon) und starten Sie das Internet.

  • Klicken Sie diesen Link direkt oder geben Sie ihn manuell ein: https://web.whatsapp.com/
  • Oder googeln Sie Whatsapp Web und klicken Sie den ersten Treffer

Der Screen sieht dann so aus und erklärt sich selbst – es ist wirklich einfach und sehr nützlich auch im Alltag, wenn man ohnehin am PC oder Laptop arbeitet. Das Schöne ist: man kann Handy und Internet parallel nutzen. Hat man sich mit dem Handy entfernt und kommt später wieder in Reichweite des Laptops, reicht das Starten von WhatsApp-Web und man ist sofort wieder online – ohne den Code erneut zu scannen.

 

Wenn Sie WhatsApp-Web aktivieren, können Sie Nachrichten schreiben und Audio aufnehmen und abhören (sofern Sie Lautsprecher haben und ein Mikrofon). Was leider nicht geht, ist die Funktion Video. Aber dafür können Sie dann das Mobiltelefon parallel nutzen.

Was Sie hier insbesondere nutzen können: Anhänge senden und empfangen – nicht nur Bilder, auch Dokumente wie PDFs, Office oder andere Dokumente, auf die Sie über den Computer zugreifen können. Zum Anhängen die Briefklammer nutzen oben rechts:

 

Wie kann man das für Therapie und Kurse nutzen?

Schön ist es aktuell schon, wenn man sinnvolle Programmpunkte im Alltag hat.

Unsere Therapeutin war von der Möglichkeit begeistert, ein fotografiertes Dokument oder ein auf ihrem PC gespeichertes PDF an ihre Patient*innen senden zu können – auch wenn jemand keine Mailadresse hat.
Hier ist der Mehrwert: Wer WhatsApp-Web nutzt, kann das empfangene Dokument anklicken und im Großformat am Bildschirm ansehen und zugleich über Videokonferenz per Handy die Therapeutin oder den Therapeuten zuschalten.

Die Eltern sind mit ihren Kindern zumeist ohnehin zu Hause oder haben Betreuung organisiert, so kann man sich zusammenschalten und die Betreuer*innen ggf. anleiten, was zu tun ist.

Das ist in ähnlichem Maße ggf. auch in Sachen Ergotherapie und Physio möglich, nachdem man im ersten Video-Termin mit der Therapiepraxis vielleicht gemeinsam die Möglichkeiten auslotet oder ein Dokument mit Materialien erhalten hat, die man vor dem Termin zusammenstellen kann:

  • Sofa oder Bett statt Massageliege oder
  • eine Matratze oder Sonnenliegenauflage am Boden oder
  • eine Matte auf dem Esstisch
  • Kissen, Nackenrollen, Massagebälle etc. dazu
  • auch Übungen im Sitzen in einem Rollstuhl sind möglich
  • Therapiematerial/Bastelmaterialien für die Ergo, wie Pinsel, Stoff, Papier, Schere etc.

Zudem muss an überlegen: wie oder wo man das Handy befestigen kann, damit sich auch gegenseitig sehen kann und dennoch die Hände frei hat. Das könnte man im privaten Umfeld zunächst testen.

  • Selfie-Stick (ggf. auch am Rollstuhl befestigt)
  • Autohalterung umfunktionieren
  • Handy mit Kabelbinder an etwas befestigen
  • Handy anlehnen gegen schwere Bücher, Pappkartons (mit Füllung), Literflaschen (volle ????)
  • Handy in einen Bücherständer stellen mit Neigungsanpassung
  • Klettband hinten auf Handy kleben und irgendwo (Fenster, Wand, Spiegel, andere sinnvolle Gegenstände) ein Gegenklett befestigen
    (ACHTUNG: bei Wänden werden sich nach Nutzung ggf. Tapete oder Putz ablösen, wenn der Klett entfernt wird, Möbel könnten Farbe oder Beschichtung verlieren)

Wer weiss, was uns allen in diesen Zeiten an kreativen Lösungen noch so einfällt, was auch gut in den Alltag integrierbar ist. Sie haben eine gute Idee, die Sie gerne durchgeben möchten?

Dann mailen Sie uns doch bitte und schicken Ihre Idee an info@netzwerkinklusion.de

  • Facetime: funktioniert unter Menschen, die Apple-Geräte nutzen (z.B. IPads oder IPhones)
  • Skype kann man nutzen, braucht dafür aber ein Benutzerkonto, das man zuvor einrichten muss. Ist kein Hexenwerk, aber man muss Skype erst downloaden und kurz einrichten. Der Link ist hier: https://www.skype.com/de/
  • Es gibt eine Menge weiterer Systeme für Videokonferenzen, doch sind die meisten nur 30 Tage kostenfrei und wollen danach eine Monatsgebühr (also aufpassen)
  • Für die Nutzung der zertifizierten Tools, muss der Therapeut ein Tool nutzen und für jede Sitzung eine Einladung mit Zugangslink senden. Auch kein großes Problem, aber alles muss sich eben in den nächsten Wochen erst finden.

Viel Erfolg!